Liebe Freund_innen, Förderer, Kolleg_innen und Zuschauer_innen,
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GLOBALIZE:COLOGNE 2011

dem Festival der Freihandelszone im alten Ufa-Filmpalast in Köln, hier Infos und zu den Tickets die Freitags-Filmreihe am 25. 11. / 2. 12. und 9. 12. jeweils um 19.30 h (Eintritt: 4,- Euro)

GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT - Menschen ohne Papiere in Deutschland und anderswo

Die Filmreihe bietet Einsichten in das Leben derjenigen, die im Verborgenen unter uns leben - Menschen ohne Papiere. Sie gewährt Einblicke hinter die Kulissen unserer globalisierten Welt. In Deutschland vermutet man Hunderttausende, die ohne Papiere vor allem in Großstädten wie Köln leben. Mitten unter uns und doch unsichtbar. Geflohen vor Bürgerkrieg und Gewalt, politischer Verfolgung, Natur- und Hungerkatastrophen sowie Arbeits-, Recht- und Perspektivlosigkeit. Aus Angst vor Abschiebung verhalten sie sich meist  anständig und unauffällig - und arbeiten: in Restaurantküchen, als Reinigungskräfte, und in privaten Haushalten, der Pflege und Kinderbetreuung. Die Filmreihe ist zugleich Recherchearbeit zu einer Theaterproduktion zum gleichen Thema, die im Juni 2012 uraufgeführt wird. Im Anschluss an die Filme freuen wir uns daher über den Dialog mit Euch/Ihnen. Die Theaterproduktion ist Teil II einer Trilogie, die 2010 mit der Performance SEEGANG INS UNGEWISSE (nominiert zum Kölner Theaterpreis 2010) am Kalscheurer Weiher begann.

Freitag 25. November 2011, 19:30 h //// Europäische Einblicke
Illégal - Spielfilm
Belgien/ Luxemburg/ Frankreich 2010
Regie: Olivier Masset-Depasse
Produktion: Versus Production, Iris Production, Dharamsala, Prime Time, RTBF
95 Min., Farbe OmU
Paroles des Sans-Papiers - Doku
Frankreich 2006
Regie: Patrick Watkins,
15 Min., französisch mit engl. Untertitelbr>
Die Russin Tania und ihr mittlerweile dreizehn­jähriger Sohn Ivan kamen vor acht Jahren nach Belgien. Ihr Asylantrag wurde abgelehnt, seitdem leben die beiden ohne Aufenthaltsgenehmigung hier. Sie sprechen perfekt französisch, der Junge besucht die Schule, die Mutter hält sie mit einem Putzjob über Wasser. Die Angst vor der Polizei begleitet sie ständig. Eines Tages geraten die zwei in eine Ausweiskontrolle. Ein Albtraum beginnt.  Der Film zeigt die Brutalität des Systems aus Reichtum und Abschottung im Kontrast zu der Verzweiflung von Menschen, die sich darüber hinwegsetzen und ihren Traum von einem besseren Leben einfach nur leben wollen. Masset-Depasse nimmt einem den Glauben an die Neutralität des Rechtsstaates, beraubt seine Zuschauer ihres beruhigenden Gewissens, demzufolge vor dem Gesetz alle Menschen gleich sind. (Martin Theobald) Drei französische Sans-Papiers sprechen über ihre Situation als Menschen, die sich ohne regulären Aufenthaltstitel durchschlagen müssen.

Freitag 2. Dezember 2011, 19:30 h //// Care Work: Das Kurzfilmprogramm
Clandestinas
Deutschland, Italien 2007
Regie: Silvia Chiogna,
20 Min., spanisch mit deutschen Untertiteln
Know your Rights
Deutschland 2009
Regie: videogroup know your rights,
9 Min., div. Sprachen mit deutschen Untertiteln
Marisol
Deutschland 2009
Regie: Hella Wenders,
25 Min., deutsch und philipino mit deutschen Untertiteln
Territorio Doméstico
Deutschland 2010
Regie: cinéma copains,
9 Min., spanisch mit deutschen Untertiteln
Vier unterschiedliche Perspektiven auf migrantische Hausarbeit in Europa. Zwei Kurzfilme über den Umgang zweier Frauen mit ihrem Status als »Illegale«, ihrer Angst, dem finanziellen Druck und der emotionalen Belastung der Distanz. Zwei Videoclips wiederum zeigen Möglichkeiten der Selbst-Organisation und des Kampfs für die eigenen Arbeitsrechte.


Freitag 9. Dezember 2011, 19:30 h //// Ein Blick ins Innere Deutschland
Mit einem Lächeln auf den Lippen - Doku
Eine Hausarbeiterin ohne Papiere zieht vors Arbeitsgericht
Berlin/Hamburg 2008
Ein Film von Anne Frisius in Zusammenarbeit mit Nadja Damm und Mónica Orjeda
57 Min., spanisch/deutsch mit Untertiteln
otras vías - andere wege -Doku
Migrantinnen aus Südamerika in der Sexarbeit
Berlin 2002 Ein Film vom FrauenLesbenfilmCollectif, in Zusammenarbeit mit Mucolade
56 Min., spanisch mit deutschen Untertiteln
Ana S. beschließt nach 3 Jahren unbezahlter Hausarbeit bei einer Hamburger Familie, einen angemessenen Arbeitslohn vor Gericht einzu­klagen. Dies. obgleich sie als  illegal gilt, weil sie keinen offiziellen Aufenthaltstitel hat& Trotz aller Schwierigkeiten zeigt dieser Fall, dass es sich lohnt, sich zu wehren. Er zeigt auch, dass dringend Unterstützungsstrukturen geschaffen werden müssen, die es auch anderen Illegalisierten möglich machen, für ihre Rechte zu kämpfen. In Hamburg haben verschiedene antirassistische Gruppe, Initiativen und Organisationen in Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft den Fall gemeinsam unterstützt, und sie haben zudem eine reguläre Anlaufstelle für undokumentierte Arbeiter/innen aufgebaut. Dies ist ein ermutigender Anfang.
Frauen, Transsexuelle und Transvestis aus Latein­amerika sprechen über ihre Situation hier in Deutschland. Da viele von ihnen keinen Aufenthaltsstatus haben, bleibt ihnen neben Putzarbeit die Sexarbeit als Erwerbsmöglichkeit. Während einige lieber einer anderen Arbeit nachgingen, sind andere zufrieden mit der Arbeit. Sie wünschen sich aber andere Arbeits- (und Lebens-)Bedingungen  frei von der Angst vor Kontrollen und vor Denunziation durch Arbeit­geberInnen, Ehemänner und Freier. Es geht um die Gründe für ihre Migration und um Erlebnisse von Enttäuschung, Angst und Frustration  aber auch um ihre Ziele, Wünsche und Erfolge. Sie sprechen von ihren Erfahrungen mit den Freiern, mit der Polizei und mit den Ausländerbehörden. Sie diskutieren über ihre Arbeit, über die Rechtlosigkeit und über Möglichkeiten, der Repression und der Diskriminierung zu widerstehen.